Vor 50 Jahren wurde eine Königin der Meere in die Tiefe gerissen

Es tobt der schlimmste nordaltlantische Wirbelsturm des Jahres 1957, entfesselte Winde und Wellen und mittendrin die Viermastbark "Pamir".
Das mächtige 100 Meter lange bundesdeutsche Rah-Segelschulschiff gerät am 21. September 1957 in Seenot.
Die damals 52 Jahre alte "Pamir" galt als wetterfest, geradezu als "Sturmlegende".
Fünf Frachter, die in der Nähe der "Pamir" mit den Elementen kämpften, nahmen die SOS-Rufe der todwund geschlagenen Königin der Meere auf.
Als die ersten Helfer Stunden später den Unglücksort etwa 600 Seemeilen westsüdwestlich der Azoren erreichen, finden sie nur noch tosende See vor.
Auf seiner vierzigsten Überseereise war das Ganzstahlschiff wahrscheinlich schon kurz nach seinem Notruf gekentert und gesunken.
Achtzig der insgesamt 86 Mann starken Besatzung, unter ihnen siebenundfünfzig Schiffsjungen, Jungmänner und Kadetten der Handelsmarine, der Kapitän, seine vier Offiziere und die Stammcrew finden den Seemannstod.
Sechs Schiffbrüchige können Tage später halb tot und fast verdurstet aus zwei stark angeschlagenen Rettungsbooten geborgen werden.
Selbst fünfzig Jahre nach der Katastrophe sind die Ursachen für das Kentern nicht eindeutig geklärt.
Die Meinungen reichen von menschlichem Versagen, über höhere Gewalt bis zum maroden Seelenverkäufer.
Anzunehmen ist jedoch, dass die außergewöhnliche Kraft und die Heimtücke des Wirbelsturms den stählernen Schiffsrumpf des Großseglers zermürbt hat, was schließlich zum Wassereinbruch und zum Kentern führte.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Willi Pedale


