Geflecktes Knabenkraut, eine heimische Orchidee
Eine heimische Orchideenart wurde fast ausgerottet, weil man ihr wundersame Kräfte zuschrieb.
Schon im alten Griechenland hatte das Knabenkraut eine mystische Aura.
In alten Schriften und Überlieferungen findet man bis hin zum Mittelalter Empfehlungen für den Verzehr der Orchideenknolle.
In der Volksheilkunde war das Gerücht verbreitet, dass derjenige welcher die Knolle ißt, Kräfte bekommt Knaben zu zeugen.
Aus der frischen Knolle mancher Arten gewann man ein Heilmittel, dass bei Darmerkrankungen von Kindern angewandt wurde.
Die starke Nachfrage nach den Knollen führte zur Entstehung des Wurzelgräber-Gewerbes.
Auf der Suche nach den Knollen wurden ganze Regionen im warsten Sinne des Wortes umgegraben.
Die Folge war ein Rückgang dieser Arten, der durch moderne Bewirtschaftungsmethoden noch verstärkt wurde.
Für erste Versuche in heimischen Gärten eignet sich besonders das Gefleckte Knabenkraut, welches in gut sortierten Gärtnereien zu erhalten ist.
Das Gefleckte Knabenkraut bevorzugt einen feuchten, humosen, sauren Boden in voller Sonne bis leichtem Schatten.
In der Nähe eines Teiches ist der fast ideale Platz.
Seinen Namen erhielt das Gefleckte Knabenkraut von den schwärzlichen Flecken auf seinen Blättern.
Im Frühjahr entwickelt das Gefleckte Knabenkraut einen ährenförmigen Blütenstand mit hellvioletten Blüttenblättern.
Daraus bilden sich die Fruchtkapseln mit weit über einhunderttausend Samen.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Siegfried Ramlow


