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Siegfried Ramlow


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Der Teerofen von Thurow

Im Landkreis Mecklenburg-Strelitz, mitten im Grün bei Thurow steht die Glocke aus Stein.
Viele Besucher der Region fragen sich, wozu dieses Bauwerk einst gedient hat.
Die Antwort ist ganz einfach, hier wurde Teer hergestellt.
Als Zeuge für die im achtzenten Jahrhundert betriebene Schwelerei steht die steinerne Glocke von Thurow als besterhaltener Teerofen und erinnert an die Hoch-Zeit der Teerherstellung.
Seit Jahren setzen sich Heimatforscher unermüdlich für den Erhalt dieses Industriedenkmals ein.
Der Thurower Teerofen gehört mit seinem Rauminhalt von knapp 40 Kubikmetern zu den mittleren Öfen.

Der Bodendurchmesser beträgt drei Meter.
Dieser Teerofen wurde im Jahre 1761 errichtet und tat bis 1960 seinen Dienst.
Viermal im jahr brannte der Ofen und gute 45 Tonnen Teer, 114 Liter waren damals eine Tonne, wurden gewonnen.
Um diese 114 Liter Teer herzustellen wurden rund drei bis vier Raummeter Kienholz benötigt.
Das Feuer mußte beim Schwelen rund um die Uhr betreut werden.
Das Prinzip des Ofens war einfach, zwei übereinander errichtete Kegel aus Ziegeln bildeten die Mäntel.
Der Zwischenraum diente als Brennkammer und wurde mit Holz gefüllt.
In den Innenraum kamen Stubben aus Kiefernholz, da die harzreichen Kienstücke die reichste Ausbeute ergaben.
Nach dem Beschicken des Ofens wurden die Einfüllöffnungen zugemauert und das Feuer entzündet.
Aus der Öffnung am Boden des Innenraumes flossen zuerst das Presswasser und das Kienoel.
Nach zwei Tagen begann dann der Teer aus dem Ofen zu fließen.
Vier bis fünf Tage dauerte der Teerfluß.
Wenn der Ofen nicht brannte, brachte der Teerbrenner seine Ware an den Mann.
Seine Kunden waren Bootsbauer, Fischer, Landwirte und Fuhrleute.
Dank der Arbeit vieler heimatverbundener Bürger bleibt uns dieses technische Denkmal erhalten.




Verantwortlich für diesen Beitrag: Siegfried Ramlow