Das wohl gefährlichste Gewässer der Welt
Die gefährlichste Wasserstraße der Welt ist zur Zeit die somalische Küste.
Ursache hierfür ist der Staatszerfall Somalias, er begünstigt organisierte Kriminalität und Terrorismus. Die Piraterie ist nur eines der Symptome dafür - und mit ein paar Fregatten allein wohl kaum zu bekämpfen.
Schießereien oder Bombenanschläge sind fast alltäglich
und das seit nunmehr 18 Jahren, seit dem Sturz des letzten Staatschefs Siad Barre.
Wenn das Chaos einen Namen hat, dann muss es Somalia heißen.
Mogadischu ist das Zentrum von Gewalt und Tod, ein Dschungel, in dem jeder macht, was er will.
Der größte Teil des Landes wird von Clan-Milizen und radikalislamischen Gruppen wie die "Al Shabaab" oder die noch junge "Hisb Al Islam" beherrscht.
In dem Land ohne staatliche Strukturen gibt es keine Gesetze, keine Polizei und natürlich auch keine Küstenwache.
Aufständische operieren aus dem Untergrund, alle haben Waffen und jeder macht was er will.
Das Geschäft mit der Piraterie boomt seit Jahren da es keine Arbeit in Somalia gibt.
Piraten machen was sie wollen, und sie kommen fast immer ungeschoren davon.
Einige Piraten sitzen inzwischen in der kenianischen Hafenstadt Mombasa hinter Gittern, ein knappes Dutzend ist in den USA, Frankreich und Spanien in Untersuchungshaft.
Doch der Nachschub an jungen Männern, die für ein paar Hundert Dollar so gut wie alles machen, ist auf Grund der Armut und der Arbeitslosigkeit stets gesichert.
"Der Kampf der internationalen Gemeinschaft gegen das Freibeutertum vor der ostafrikanischen Küste gleicht dem Wettlauf zwischen Hase und Igel".
In den somalischen Hafenstädten Harardere, Hobyo, Eyl oder Bosasso, den Piratennestern an der somalischen Küste, werden stattliche Villen gebaut, davor stehen teure Geländewagen.
Rund um das Hauptgeschäft, der Piraterie, hat sich eine Dienstleistungsindustrie entwickelt. Selbsternannte Vermittler gehören ebenso dazu wie Köche, Boten oder Wachen.
Bei der internationalen Gemeinschaft setzt sich langsam
die Erkenntnis durch, dass das Problem der Piraterie nicht mit Kriegsschiffen allein auf hoher See gelöst werden kann.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Siegfried Ramlow


