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Siegfried Ramlow


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Babylon Wiege der westlichen Zivilisation

Von Generation zu Generation wurde überliefert, das Babylonische Reich und seine Hauptstadt waren der Inbegriff von Unmoral und Sklaverei, Selbstüberhebung, Sprachverwirrung und Hybris.

Im Pergamonmuseum Berlin wird in einer großen Ausstellung den Mythen rund um das antike Babylon nachgespürt.
Der Blick wird auf die Wurzel der abendländischen Kultur gelenkt.
Zu sehen jene Götter, in Stein gemeißelt, zu denen die zwischen Euphrat und Tigris lebenden Babylonier gebetet haben.
Einer von den Königen, Nebukadnezar II (604-562 vor Christus), hat sich in einem Keilschrifttext am Ischtartor verewigt.
Beeindruckend die in blau und gelb gehaltenen Wände mit ihren Löwen, Stieren und Greifen als Sinnbilder für Größe und Macht.
Wer sich auf die Reise in die Vergangenheit begibt, lernt eine faszinierende Zivilisation kennen, die in der Lage war wuchtige, die Zeit überdauernde Bauten zu errichten und sich in Keilschrift verständlich machen konnte.

Die Babylonier fixierten die erste schriftliche Gesetzessammlung der Welt.
Neben der Wissenschaft und dem Rechtswesen, erlangte die Baukunst unter den Babyloniern eine hohe Blüte.
Diesem Volk verdanken wir Kalender, Uhren, Schrift und auch medizinische Heilmethoden.
In der Baukunst waren sie wahre Meister, die Paläste, Stadtmauern und Tempel sind einfach beeindruckend.
Die klassische Antike übernahm die technischen Errungenschaften der Babylonier und nutzte ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Seinen schlechten Ruf erhielt Babylon durch die angebliche Knechtung der Juden im babylonischen Exil.
Obwohl angeblich eine wohlwollende Behandlung ihnen die religiöse Identität gestattete, hält sich bis heute der Mythos vom Martyium der Juden.
Vile Künstler haben seit dem Mittelalter an dem Legendenstoff gewebt und Schreckenszenarien ausgemalt ohne die Fakten zu kennen.




Verantwortlich für diesen Beitrag: Siegfried Ramlow